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Bericht vom "New Ways" Ambulatorium von April bis August 2006
 
Die Mitarbeiter notieren jeden Tag auf einer Liste wann sie ins Ambi kommen und wann sie es verlassen. Die Anzahl PatientInnen wächst von Tag zu Tag; der grösste Teil sind Frauen und Kinder, diese sind die Opfer des somalischen Bürgerkrieges.
Wir haben ein Treffen für die Kampagne gegen die pharaonische Beschneidung veranstaltet und die Mütter von Merka haben daran teilgenommen. Auf Fotos sieht man viele Frauen, es sind die Frauen die ihren Töchter diese verdammte Tradition der pharaonischen Beschneidung weitergeben, welche viele Probleme bei der Entbindung und Probleme gynäkologischer und sozialer Art schaffen. In jenem Meeting war man sich einig, dass die Vagina intakt bleiben soll, leben wir doch in der Welt von 2006. Jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Qualität der Medikamente für das Ambi, da es solche aus Europa, Kenya und ─gypten sind. Die PatientInnen genesen mit diesen effizienten Medikamenten schnell.Vorher hat man sich über die schlechte Qualität der Medikamente beklagt, die für das Nichtheilenwollen verantwortlich waren. Diese schlechten Medikamente kommen aus Indien und Pakistan und sind billig. Die somalischen Händler ziehen es vor, Medikamente aus Indien und Pakistan auf den Markt zu bringen. Leider gibt es keine Regierung, die die Qualität der Medikamente kontrolliert, wovon dann die somalischen Händler profitieren. Während der kalten Jahreszeit sind: Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Lungenentzündungen, Erkältungen und Lungentuberkulose häufig. In der heissen Jahreszeit sind tropische Infektionserkrankungen in Gegenden mit dürftiger Hygiene häufig. Manchmal gibt es Diabetesfälle, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Niederleiden.

In den letzten 4 Monaten habe ich einen Fall mit Aids in Merka gesehen, es wurde mir gesagt, dass er aus ─thiopien eingeschleppt worden ist, wo Aidsfälle häufig vorkommen. In unserem Labor fehlen die nötigen Materialien, um den Harn zu analysieren und die Nieren zu untersuchen. Ausserdem fehlen die nötigen Instrumente, um die Leberfunktion zu testen. Das Personal des MCH arbeitet sehr gut; sie machen Impfungen bei schwangeren und nicht schwangeren Frauen und Kindern unter 5 Jahren. Dien unter 5 jährigen Kinder werden gegen folgende Krankheiten geimpft: Masern, Kinderlähmung, Tuberkulose, Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus. Die schwangeren Frauen impfen sich im MCH gegen Tetanus, um nicht nur sich sondern auch das ungeborene Kind zu schützen. In unserem MCH fehlen Speculum (Spiegel), und andere Geräte, um eine Entbindung vornehmen zu können. Das Speculum ist auch sehr wichtig für die Diagnose von Infektionen der Gebärmutter. Manchmal kommen Kinder zu uns mit Prote´nunterernährung. Es ist sehr schade, dass es in Merka kein Zentrum für Ernährung gibt. Im Behandlungszimmer fehlt wichtiges Material wie ein Sterilisator. Ich habe einen sudanesischen Professor gekannt, der für die WHO arbeitet. Vielleicht könnte dieser unserem Ambulatorium sehr gute Medikamente und viele andere Dinge liefern. Er heisst A. Ismacil und hat folgende Telefonnummer. Ich habe ihm deine E-Mailadresse und deine Telefonnummer gegeben.

Dr. A. Hassan Mohamoud, Merka 15.08.2006

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