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Tätigkeitsbericht von Professor Mohamed Roble, Leiter von "New Ways" Merka Somalia, Mai 2007
 
1. Ambulatorium
Im April 2007 suchten 1364 Patientinnen und Patienten das Ambulatorium auf, wovon 779 Kinder. In 170 Fällen wurde erste Hilfe geleistet.

Folgende Krankheiten wurden behandelt:
1. Malaria
2. Erkrankungen der oberen Atemwege
3. Blutarmut
4. Durchfälle
5. Blaseninfekte
6. Hautkrankheiten
7. Augeninfektionen

Das Labor machte 1091 Tests im April. Es wurden Blut, Speichel, Urin und Stuhluntersuchungen gemacht; anhand dieser Tests konnten Malaria und Syphilis eruiert werden.

Im April wurde in Mogadischu hart gekämpft. Zehntausende Menschen flohen von Mogadischu nach Merka. Dies führte zu einer grossen Belastung in den Gesundheitszentren der Stadt Merka. Die Flüchtlinge erhielten unentgeltliche Behandlung in unserem Ambulatorium. Der Stock an Medikamenten reichte nicht aus, um die grosse Nachfrage befriedigen zu können.

2. Stadtsäuberung
Der Zustrom von Zehntausenden Flüchtlingen erhöhte den Abfall, was die Säuberungsgruppe vor grosse Probleme stellte. Die Anzahl der Eselkarren und das begrenzte Personal genügte den Anforderungen nicht. Unsere Leute mussten ‹berstunden leisten, auch um Durchfälle und Cholera zu bekämpfen, die sich im Süden von Somalia ausgebreitet hatten.

3. Schulen
Die "Verena Secondary School" ist die bekannteste Sekundarschule mit der höchsten Anzahl Einschreibungen in der Region. Zurzeit besuchen 411 Studenten die Sekundarschule (32% sind weiblichen Geschlechts). Die Schule nahm in diesem Semester 137 Studenten auf, wovon 44 Mädchen. Ende des letzten Semesters unterzogen sich 379 einem Examen, davon bestanden 353 das Examen, davon waren es 110 Mädchen. In der Primarschule schrieben sich 130 Schüler ein, wovon 64 Mädchen. 42 Knaben und 47 Mädchen bestanden das Examen.

4. Ambe Banaan
Die Bauern, die von "New Ways" finanziell unterstützt werden, sind durch den flutartigen Regen, der von Oktober bis Dezember gefallen ist, sehr beeinträchtigt worden. Die Saat wurde zerstört, sodass die letzte Ernte nichts eingebracht hat. Sie haben keinen Vorrat mehr und wissen nicht, wie es weiter gehen soll, da sie jetzt kein Geld mehr haben, um Saatgut zu kaufen.

Durch die letzten Fluten wurde auch das Bewässerungssystem in Mitleidenschaft gezogen. Der Kanal ist verschlammt und Gras und Büsche haben sich im Kanal ausgebreitet. Die Dorfbewohner sind nicht in der Lage den Kanal auszubessern. Das Leben der Bauern verschlechtert sich.

5. Alphabetisierungskurse für Erwachsene
Dieses Programm wird in Zusammenarbeit mit dem WFP(Welternährungsprogramm) durchgeführt. In einer Untersuchung, die "New Ways" 2005 gemacht hatten, haben wir herausgefunden, dass mehr als 9000 Kinder im Schulalter in Merka nicht zur Schule gehen. Hauptsächliche Gründe, weshalb die Kinder die Schule nicht besuchen, sind Armut und Unkenntnis der Eltern, die keine Schulbildung haben.

Dank der Alphabetisierungskurse konnten die Einschreibungen in den Primarschulen der Stadt Merka erhöht werden. Fast alle Mütter, die von diesen Kursen profitieren, haben ihre Kinder in die Primarschulen eingeschrieben.

Das Alphabetisierungsprogramm ist mit 400 Müttern gestartet. Die guten Erfahrungen, die diese Mütter gemacht haben, führten dazu, dass in Merka die Zahl der Einschreibungen in die Primarschulen stark zugenommen hat. Ausserdem haben sich im Januar 2007 800 Mütter in die Kurse eingeschrieben.

6. Non formal education ( Schule die von Freiwilligen unterrichtet werden)
Vornehmlich Abgänger und Abgängerinnen der Sekundarschule unterrichten Kinder und Jugendliche in Lesen, Schreiben und Rechnen, die sonst nicht zur Schule gehen würden. Diese Kinder stammen aus dem ärmsten Teil von Merka. Rund 205 Kinder können am Nachmittag davon profitieren.

Prof. Mohamed Roble, Direktor von "New Ways", Merka Anfang Mai 2007

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